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Fotografieren ausserhalb der Komfortzone

Nicht immer befinden wir uns beim Fotografieren und dem schönen Reisen in unserer heimischen Umgebung oder auch der Komfortzone, sondern wir besuchen Afrika, Asien und noch viele andere Orte. Wenn wir in ferne Länder reisen, begeben wir uns in ein komplett anderes Leben und Umfeld der Menschen vor Ort. Dabei gibt es andere sozialen Strukturen, kulturellen Hintergründe, andere Glaubensrichtungen und andere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 

 

Aber wie kommt man dann an möglichst gute, aussagekräftige und qualitativ hochwertige Fotos ohne dabei die Menschen vor Ort zu verärgern oder vor uns Reisenden zu verschrecken???

 

In Afrika ist unsere Kameraausrüstung manchmal mehr wert, als manche Einheimischen in Ihrem ganzen Leben verdienen, aber wie schaffe ich es trotzdem mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen, Ihr Leben kennen zu lernen und dann eben diese gewissen Fotos zu machen.

Mit 172 cm, weisser Hautfarbe und Frau sticht man manchmal einfach heraus und ich reise sehr oft alleine in Afrika. In Kenia mit befreundeten Masai`s zu Fuss quer durch den Busch, schlafen in kleinen Zelten, Frühstück zwischen Gnus und abends brennt das Lagerfeuer und aus der Ferne hörte man die Löwen ... Nein ich möchte diese Momente nicht missen. Falls ich jetzt mal meine Zahnbürtse vergessen habe, kann ich mir einen bestimmten Strauch aussuchen und die Zähne mit dem Fruchtfleisch reinigen. In Afrika oder ärmeren islamischen Ländern, oder im Regenwald oder der Savanne sollten einige Regeln aber IMMER gelten wenn wir fotografieren und reisen:

 

1.) Fasst nichts an, die schönste Blüte oder Strauch könnte hochgiftig sein, frage und lerne.

 

2.) Halte Abstand von freilebenden Wildtieren, Löwen und Geparden sind Raubtiere und nehme Rücksicht auf Ihren Lebensraum und störe beim fotografieren nicht den Lebensablauf der Tiere.

 

3.) Verlasse jeden Ort, wie Du ihn vorgefunden hast ... den Naturschutz fängt immer mit einem selbst an. Findet ihr Müll, versucht ihn in mitgebrachten Müllbeuteln einfach mitzunehmen, auch wenn es nicht Eurer ist.

 

4.) Respektiert die Umgebung und fotografiert keine Menschen in Nahaufnahme, ohne sie um Erlaubnis zu bitten. Bei den Masai`s herrscht z.B. der Glaube vor, dass die Kamera Ihnen Ihre Seele raubt. Stört keine religioese Sitten und vor allen bleibt freundlich, ein freundliches Lächeln ist oft schon die halbe Miete, für ein gutes Foto. Wenn ihr angesprochen werdet oder jemanden ansprecht, ist es immer gut ein paar Floskeln in der jeweiligen Sprache zu kennen. Hierzu gehören z.B. „Guten Tag, Vielen Dank, Bitte sehr, Auf Wiedersehen und Entschuldigung“ Der Gesichstausdruck ändert sich immer sehr zum positiven, wenn „die Dame“ oder „der Herr“ mit in die Antworten eingebaut werden. Meist öffnen sich die Menschen euch dann von selbst und es dürfen auch Nahaufnahmen nun kein Problem mehr sein.

 

5.) Lasst die Menschen teilhaben am fotografieren! Zeigt den Menschen, die ihr fotografiert, Eure Fotos. Das schafft Vertrauen und oft sehr viel Freude, dazu führe ich immer eine Sofortbildkamera mit, es ist erstaunlich mit so kleinen Dingen so viel Freude zu schaffen.

 

6.) Teilt ein bisschen Eueren Reichtum, in vielen Ländern unserer Erde sind die Menschen bettelarm. Manchmal sind es nur die kleinen Dinge, in Kenia und Tansania habe ich immer einer Tüte Gummibärchen dabei ... die Kidis in den abgelegenen Regionen lieben diese süssen Tiere. Es sind für sie so kleine Momente des Glücks! Wenn Ihr die Hilfe der Menschen in Anspruch nehmt bezahlt sie bitte dafür, ein paar Euro entsprechen oft dem Tages ‑ oder Wochenlohn der Menschen vor Ort … es ist ein Irrglaube, die Menschen wären zu stolz, unser Geld zu nehmen. In vielen Ländern von Afrika ist es gang und gebe, dass Einmische Geld dafür verlangen wenn Ihr sie fotografieren möchtet ... ich bin im Gegensatz zu vielen nicht dafür Geld für Fotos zu bezahlen – außer ich mach richtige Fotostorys, bei denen viele Fotos gemacht werden sollen. Dann gerne!

 

7.) Verzichte auf protzige, superteure Klamotten. Lass den dicken Goldschmuck und die fette Uhr zu hause. Manche Touris sehen aus, als wollen sie eine gefährliche Expedition unternehmen wenn sie mal in der Stadt spazieren gehen. Lass offensichtliche Wertgegenstände nicht „heraushängen“. Als Frau muss ich nicht in Ägypten oder anderen islamischen Ländern mit Minirock und tollen tiefen Ausschnitt nicht durch den Basar laufen, ein lockeres Tshirt ein Jeans tuen es auch. Respektiere die Sitten, den Du bist in dem Land zu Gast.

 

8.) Aber was tun wir mit unseren Kameras ... bewahrt sie stets in einem alten lädierten Fotorucksack (der aber nicht nach Fotorucksack aussieht). Mit einem Griff kann ich im Gehen die Kameras entnehmen, knipsen und wieder einstecken ohne den Rucksack dabei abzusetzen. Halte die Kamera NIE wie der typische Tourist mit Standardhalsband vor Deiner Brust. Ich halte meine (wenn grade nicht im Rucksack) immer in der Hand und habe das Band als selbst-zuziehende Schlaufe ums Handgelenk gewickelt. Also Diebe haben es schwerer! Fotografiert nur dort, wo ihr Euch absolut sicher fühlt. Wartet an dem Ort im Zweifelsfall ein paar Minuten unauffällig ehe Ihr Eure Kameras auspackt und lasst die Umgebung auf Euch wirken. Manchmal kann man aber auch auf die dicken Kameras ganz verzichten und ich bin nur mit dem iPhone oder einer kleinen Kompaktkamera unterwegs.

 

9.) Versichert Euer Equipment bei einer speziellen Foto-Versicherung. Bei meiner Versicherung zahle ich 2,75 % des Neuwertes des Equipments pro Jahr und bekomme den Neuwert auch erstattet, ob es gestohlen oder beschädigt wird. Das senkt immens die Hemmschwelle, die Kamera im Falle eines Falles herzugeben und erhöht somit signifikant Eure Sicherheit. Ich lebe einfach ruhiger, weil ich weiß, dass im Falle eines Falles zumindest der finanzielle Schaden sich in Grenzen hält. Seit vier Jahren habe ich mein Equipment nun versichert und habe es bisher nicht bereut ... nein und zu überlegen ob ich mich für mein Leben entscheide oder für die Krokodile im Mara Fluss in Kenia, ist sehr viel einfacher mit dieser Versicherung.

 

Mit diesen "Verhaltensregeln" hab ich gute Erfahrung gemacht und mir wurde noch niemals etwas gestohlen worden. Wenn ihr zu dem noch Eure eigenen, körperlichen Grenzen kennt und respektiert ist das fotografieren auf Reisen ein wunderbare Möglichkeit sehr viele andere Kulturen, Menschen und Erfahrungen kennen zulernen. Setzt Euch nicht unter Druck, sondern lasst die Dinge einfach passieren, meist erlebt man dann viel mehr, als mit einer riesen Erwartungshaltung und minuzioeser Planung.

 

Welche Erfahrungen und Tipps habt Ihr, wenn Ihr abseits von Touristenpfaden fotografiert. Ich freue mich auf Eure Tipps hier als Kommentar.

Hinterlasse doch gerne einen Kommentar und zeige es auch gerne Anderen ... danke. 

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